Sommerlager im Pfadfinderdorf Zellhof

Unser Zeltlager-Tagebuch 2015
Die Bilder vom Lager

07.08.2015 – Anreisetag
Punkt 8 Uhr morgens am Orber Busbahnhof – endlich geht es los! Tage und wochenlange Vorbereitungen liegen hinter uns Leitern. Material einladen, Requisiten und Kostüme basteln und natürlich die eigenen Sachen fürs Lager packen. Acht Tage geht es mit 52 jungen und älteren Pfadfindern ins Pfadfinderdorf Zellhof in Österreich, ein internationaler Lagerplatz in der Nähe von Salzburg. Nach 7 Stunden Fahrt sind wir bei tropischen Temperaturen endlich angekommen. Da glücklicherweise der Grabensee direkt an unseren Zeltplatz angrenzt, heißt es für uns erst einmal abkühlen, bevor wir die Zelte aufbauen. Am Lagerfeuer lassen wir den ersten Tag in Österreich ausklingen – voller Erwartungen, was die kommenden Tage bringen. (Tina, Leiterin)
08.08.2015 – der erste Tag in Österreich
Liebes Tagebuch, heute sind wir um 07 Uhr aufgestanden. Dann haben wir um 07:30 Uhr gefrühstückt. Danach haben wir einen Platzrundgang gemacht. Um 12:30 Uhr haben wir zu Mittag gegessen. Nach dem Mittagessen sind wir in den Grabensee schwimmen gegangen. Danach sind wir zum Abendessen gegangen. Dann haben wir alle am Lagerfeuer gesessen und gesungen. Um 22:00 Uhr sind die jüngsten Kinder ins Bett gegangen, um 23:00 Uhr wir und um 24:00 Uhr die Anderen. (Ina, Jupfi)
09.08.2015 – Pfadfindertag wie vor 100 Jahren
Liebes Tagebuch, heute haben wir den Tag so verbracht, wie es auch Lord Robert Baden-Powell vor über 100 Jahren bei seinen ersten Zeltlagern schon getan hat. Dazu gehört auch, dass wir früh morgens das Pfadfinderbanner gehisst haben. Nach dem Frühstück gab es die gefürchtete Zeltinspektion und nachdem wir es alle überstanden haben, haben wir unsere Freizeit genossen. Nach dem Mittagessen war eine Stunde Mittagsruhe angesagt, in der wir Rover uns gut erholt haben – endlich mal Ruhe vom Lagerlärm ;-) Anschließend haben wir uns im See erfrischt und dann gab es bald Abendbrot. Beim Lagerfeuer hat dann eine Roverin ihr Leiterversprechen abgelegt und wir sangen fröhlich. Um Mitternacht war es an der Zeit, ins Bett zu gehen und somit ging der Pfadfindertag nach B.P. zu Ende. (Johann und Sebastian, Rover)
10.08.2015 – 36 Grad und es wird noch heißer
Es ist Montag, 07:00 Uhr. Ich werde von einem grellen Sonnenlicht geweckt, das mir beim Öffnen des Zelteinganges direkt ins Gesicht scheint. Ich bin noch sehr müde, da ich aufgrund des starken nächtlichen Sturmes, einigen Schnarchern im Zelt und der Sorge um meinen fiebrigen Freund kaum geschlafen habe. Doch trotz Müdigkeit stehe ich rasch auf, denn in unserem schwarzen Zelt ist es bereits jetzt viel zu warm. Im Bad treffe ich einige Mädels, die alle nichts vom Sturm mitbekommen haben. Darüber bin ich sehr froh, denn ich glaube, dass einige von ihnen sehr ängstlich wach im Schlafsack gelegen hätten. Vermutlich liege ich damit falsch, denn für viele Kinder sind solche Ereignisse tolle Abenteuer, die sie unbesorgt genießen und als kleine Lagerhighlights zu Hause erzählen werden. Um 08:00 Uhr soll es Frühstück geben. Fast pünktlich versammeln wir uns vor dem Küchenzelt zur Morgenrunde. Die Lagerleitung erläutert kurz den Tagesablauf. Am Vormittag können die Kinder Workshops besuchen. Nach dem Mittagessen ist Freizeit und Badezeit und am späten Abend wird es bei hoffentlich kühleren Temperaturen eine kleine Wanderung um den See geben. In der Leiterrunde haben wir uns wegen den hohen Temperaturen (35*C+) gegen eine Tageswanderung entschieden. Ich frühstücke Nutellabrot und trinke Kaffee. Während des Essens bin ich stets besorgt, dass ein Kind versehentlich eine Wespe (hier herrscht allgemein eine Wespenplage!) mitisst. Also warne ich minütlich „Schaut erst aufs Brot, bevor ihr abbeißt“. Ich bereite mich mit 2 Leiterinnen auf unseren Batik-Workshop vor. Wir suchen uns einen Platz im Schatten, doch auch hier ist es sehr warm. Im Laufe des Vormittags knoten und färben wir dutzende weiße Shirts und haben dabei alle viel Spaß. Die Kinder sind stolz auf ihre Werke und können es kaum abwarten, bis ihre Shirts trocken sind. Ich betrachte die bunten Ergebnisse und bin zufrieden. Beim Aufräumen der Kordelreste bekomme ich Kreislaufprobleme, denn das Bücken und Aufstehen macht mir bei den hohen Temperaturen zu schaffen. Ich mache eine Pause. Um mich versammeln sich ein paar Kinder und wir unterhalten uns über Star Wars. Ich bemühe mich einen kompetenten Eindruck zu vermitteln und stelle Rätselfragen zu Darth Vader und den Jedi-Rittern. Mir geht es besser und ich werde langsam hungrig. Zu Mittag gibt es Reste vom Vortag, Brot, Käse und diverses Gemüse und Obst. Den Nachmittag verbringen wir am See. Wir fahren Boot, schwimmen, springen, machen Wasserschlacht und paddeln auf Wassertieren und Luftmatratzen. Ich bin froh, dass ich am See etwas Ruhe habe. Ich spreche mit einem Leiter über unser Team und die Kinder und bewerte die Stimmung als sehr positiv und entspannt. Nach dem See gehe ich duschen. Da ich keine 50 Cent passend habe, dusche ich eiskalt. Warmes Wasser kostet. Ich beschließe, mich in Zukunft um ein passenden 50 Cent-Stücke zu bemühen, da ich sonst wahrscheinlich an Hirnfrost sterbe. (Marlen, Leiterin)
11.08.2015 – Freizeitpark
Liebes Tagebuch, heute haben wir etwas besonders schönes gemacht. Wir wurden um 08:00 Uhr zum gemeinsamen Frühstück geweckt. Anschließend hat jeder seine Sachen gepackt und wir brachen auf zum Freizeitpark. Am Beliebtesten ist bei uns die Wildwasserbahn. Das Besondere ist, dass sie auch eine Rückwärtsfahrt hat. Das macht Spaß! Außerdem gibt es eine Achterbahn und einen Freefalltower im Dunklen mit special effects, die zum Teil einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Gegen 12:30 Uhr treffen wir uns zum Mittagessen. Nur wenige von uns haben den Mut, an der Dracula-Führung teilzunehmen. Im Nachhinein war es doch nicht so gruselig wie jeder von uns dachte. Der Tag im Freizeitpark hat riesigen Spaß gemacht. Später am Abend gibt es dann das berühmte Campfire mit allen Gruppen, die derzeit auf dem Zellhof zelten. Die verschiedenen Nationalitäten haben sich vorgestellt und etwas präsentiert. Ein fantastischer Tag geht damit am Lagerfeuer zu Ende. (Franziska und Victoria, Pfadfinder)
12.08.2015 – Küchenprobleme und Geländespiel Teil 1
06:50 Uhr, der Wecker klingelt. Noch nichts ahnend beginnt das Küchenteam Sebastian und Michael seine morgendliche Routine. Aufwachen, Klamotten zusammensuchen und anziehen. Noch bevor wir das Frühstück beginnen, haben wir schon die ersten beiden Patienten vorgefunden. Also fahren wir nach dem Essen direkt nach Salzburg ins Krankenhaus. Eine Leiterin hat ein dickes Auge, ein Rover nach einem Sturz über einen Zelthering ein entzündetes, offenes Bein. Die Diagnose dauert doch länger als erwartet, also rufen wir bei den anderen Leitern an, damit diese eigenständig einkaufen gehen und das Mittagessen selbst vorbereiten müssen. Unser Einkaufsplan ist demnach komplett hinüber. Statt Supermarkt geht es in die Apotheke. Nach der Rückkehr zum Zeltplatz berufen wir eine Leiterrunde ein, um die weiteren Maßnahmen mit der Lagerleitung abzusprechen. Mittlerweile ist es 14:00 Uhr – um 19:00 Uhr sollte das Abendessen für den Tag der offenen Kochtöpfe fertig sein. Jede Gruppe kocht auf dem Marktplatz und jeder kann überall mal probieren. Wir machen unsere traditionelle Reispfanne. Während wir im Supermarkt noch die restlichen Zutaten einkaufen, starten die anderen Leiter das Geländespiel für die Kinder. Zurück am Platz haben wir noch 3 Stunden Zeit – Zuhause und mit normalen Mengen ausreichend, mit Gaskochern und riesigen Töpfen aber eine echte Herausforderung. Helfende Hände durch das Geländespiel fehl am Platz. Also schnippeln wir im Akkord, braten an und ringen mit dem 60 Liter Wassertopf für den Reis. Trotzdem schaffen wir es pünktlich auf den Marktplatz, allen schmeckt das Essen super. Holländer, Spanier und Österreicher kommen zum Probieren vorbei. Wir kochen gerne, auch wenn es jedes Mal eine echte Geduldsprobe und nicht zu unterschätzen ist. (Michael und Sebastian, Küchenteam)
13.08.2015 – Stufentag
Um 08:00 Uhr hatten wir wie jeden Tag mal wieder ein leckeres Pfadfinderfrühstück. Nach dem Frühstück geht es dann endlich mit dem Bus Richtung Salzburg. Heute ist Stufentag und wir Pfadis verbringen den Tag mit einem Gruppenausflug nach Salzburg. Die Wölflinge und Jungpfadfinder machen sich auf den Weg nach Mattsee, um dort bei einer Stadtrallye den Ort zu erkunden. Nach 40 Minuten Fahrt kommen wir am Hauptbahnhof an und machen uns auf den Weg zum Dom. Alle 200 Meter lang verkauft ein Shop Mozartkugeln. Nach der Dombesichtigung haben wir Zeit, die Stadt in Kleingruppen zu erkunden. Zum Mittagessen picknickten wir im Park. Leider konnte unser Leiter sowie ein Gruppenkind nicht mitfahren, da sie einen Ausflug zum Arzt machen mussten. (Maya und Emelie, Pfadis)
14.08.2015 – Geländespiel Teil 2
Liebes Tagebuch, heute müssen wir B.P. wieder finden. Wie wir in Teil 1 erfahren haben, wird der Pfadfindergründer von dem bösen Dark Morus gefangen gehalten, der damit die Gründung der Pfadfinderbewegung verhindern möchte. Doktor Who hat endlich das Stargate funktionstüchtig gemacht und wir reisen bewaffnet mit Wasserpistolen in die Vergangenheit. Die Stargate-Einzelteile haben wir uns ja bereits am Mittwoch in den unterschiedlichsten Zeitepochen zurück erspielt. Wir finden B.P. und vertreiben in einer großen Wasserschlacht die Bösen. Alle sind nass, aber glücklich. Zum Dank bekommen wir von Lord Robert Baden-Powell (B.P.) einen Aufnäher vom Zellhof als Erinnerung für die Kluft. Wir packen die Zelte ein und schrubben bei tropischen Temperaturen die Zeltböden – wieder Zeit für eine Wasserschlacht. Abends findet unser stammeseigener bunter Abend als Lagerausklang statt. Jede Stufe hat etwas vorbereitet und präsentiert ihr Können vor dem Stamm. Bei Rästelfragen kann man sein Wissen über die Pfadfinderei testen, die Jupfis erzählen Witze und die Rover fordern bei Duellen die Kräfte der Teilnehmer. (Steffen, Leiter)
15.08.2015 – Abreise
Liebes Tagebuch, zum Glück haben wir schon alles gepackt, denn heute Morgen regnet es. Die Nacht haben wir alle zusammen in einem Scheunenboden geschlafen. Wir packen noch die Feuerschale ein und dann macht sich der Materialtrupp auf den Rückweg. 500 Kilometer liegen vor ihnen. Bis der Bus kommt verteilen wir noch die Lunchpakete und räumen den Lagerplatz auf. Wir verlassen die Welt doch ein bisschen besser als wir sie vorgefunden haben. Im Bus ist es sehr leise, viele schlafen. Die Woche Zeltlager macht einen doch ganz schön fertig ;-) Zuhause räumen die Großen noch den Hänger aus und schaffen das ganze Material wieder auf den Dachboden. Total geschafft aber glücklich fallen wir nach einer kühlen Dusche ins Bett – ein tolles Auslandslager geht damit zu Ende. (Tina, Leiterin)